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"Wasser ist nicht gleich Wasser"

Reiner Häberle, Wasserexperte

"Nicht jedes Wasser in der Flasche ist automatisch natürliches Mineralwasser. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Wasserarten, die zwar auf den ersten Blick gleich aussehen, sich aber deutlich von Mineralwasser unterscheiden."

Trinkwasser

(Leitungswasser) wird in Deutschland zu zwei Dritteln aus Grundwasser und zu einem Drittel aus Oberflächenwasser (Flüsse, Seen, Talsperren) gewonnen. Bevor es aus dem Wasserhahn kommen darf, muss es erst zu Trinkwasser aufbereitet (gereinigt) werden. Anders als bei natürlichem Mineralwasser sind bei der Aufbereitung eine Vielzahl von Verfahren und chemischen Hilfsstoffen zugelassen.

Tafelwasser

ist kein Naturprodukt, sondern wird industriell hergestellt. Es kann ein Gemisch aus verschiedenen Wasserarten und anderen Zutaten sein. Erlaubt sind die Mischung von Trinkwasser, Mineralwasser, Natursole, Meerwasser sowie die Zugabe von Mineralstoffen und Kohlensäure. Im Café oder Restaurant wird Tafelwasser meist aus großen Schankanlagen gezapft und im Glas serviert. Mineralwasser muss dagegen immer in der Flasche an den Tisch gebracht werden.

Quellwasser

stammt zwar auch aus unterirdischen Wasservorkommen und muss direkt am Quellort in Flaschen abgefüllt werden. In seiner Zusammensetzung muss es aber nicht so strenge Kriterien erfüllen wie das Mineralwasser, es muss lediglich Trinkwasserqualität haben.

Natürliches Mineralwasser

entstammt einem unterirdischen, vor Verunreinigung geschützten Wasservorkommen. Es ist das einzige amtlich anerkannte Lebensmittel in Deutschland. Mineralwasser ist weitgehend unbehandelt und in seiner natürlichen Zusammensetzung unverändert. Die natürliche Herkunft aus unterschiedlichen geologischen Regionen sorgt für eine große Anzahl von unterschiedlichen Zusammensetzungen der Mineralstoffe. Dadurch entsteht eine Vielfalt von Mineralwässern, aus der sich jeder ein für ihn passendes Produkt auswählen kann. Strenge Kontrollen garantieren dem Verbraucher außerdem eine gleichbleibende Qualität von der Quelle bis auf den Tisch.

Heilwasser

entspringt ebenfalls unterirdischen und vor Verunreinigung geschützten Wasservorkommen und muss direkt am Quellort abgefüllt werden. Es unterliegt aber dem Arzneimittelgesetz und wird wie ein Arzneimittel behandelt. Durch seine besondere Kombination an Mineralstoffen besitzt es eine vorbeugende, lindernde oder heilende Wirkung, die anhand von wissenschaftlichen Untersuchungen belegt sein muss.